Abstimmung zum Thema Organspende

Die Entscheidung ist mir heute nicht leicht gefallen. Bis in die frühen Morgenstunden habe ich noch unzählige Zuschriften und Berichte studiert.
Ich danke allen, die sich in den letzten Wochen persönlich an mich gewandt haben. Vor allen Positionen in dieser Debatte habe ich großen Respekt.
Die Entscheidung ist in der Tat eine Gewissensentscheidung. Ein Ziel haben wir dabei alle gemeinsam erreicht, nämlich das Thema Organspende wieder in die Öffentlichkeit zu rücken.
Mir persönlich ist es wichtig, eine zu Lösung finden, die gewährleistet, dass die Zahl der Organspenden in Deutschland deutlich steigt. Andererseits empfinde ich bei der Widerspruchslösung die grundsätzliche Einstufung eines jeden als Organspender als sehr weitreichenden Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht.
In der Abwägung dieser Punkte habe ich mich nach reiflicher Überlegung für die Widerspruchslösung entschieden, da meines Erachtens eine „Kultur des Organspendens“ und damit die größere „Chance auf Leben“ den Eingriff in die persönliche Selbstbestimmung, sich entscheiden zu müssen, überwiegt.
Ich bedauere es daher, dass der Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung nicht die notwendige Mehrheit erreicht hat. Da ich aber auf jeden Fall eine Verbesserung bei der Organspende erreichen möchte, habe ich mich in der Folgeabstimmung für die erweiterte Entscheidungslösung ausgesprochen, da auch sie eine Verbesserung im Vergleich zum Status quo darstellt.


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